Hanseatische Bundesfinanzminister

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Olaf Scholz soll Bundesfinanzminister werden. Das ist bei aller "GroKobale und wenig Liebe" eine gute Nachricht. Denn Scholz ist Hanseat, wenn auch kein gebürtiger, sondern nur ein naturalisierter. Damit steht er in bester Tradition für die Bundesfinanzen. Waren zehn von 20 Ressortchefs SPD-Mitglieder, so waren fünf der 20 Hanseaten bzw. Norddeutsche und davon die meisten Sozis. Darunter grossen Sozialdemokraten, alles konservative und pragmatische Männer: Karl Schiller, Helmut Schmidt, Hans Apel und Peer Steinbrück. Hinzu käme noch der Kieler Gerhard Stoltenberg von der CDU. Das waren beileibe nicht die schlechtesten Kassenwarte der Bundesrepublik.

Scholz tritt in genau diese Tradition der pragmatischen und dann erst sozialdemokratischen Bundesfinanzminster. Insofern sollten CDU/CSU mit dem Lamentieren aufhören; denn dass die Sozis das Finanzministerium beanspruchen würden, dürfte jedem halbwegs klar denkenden Beobachter so klar wie ein klarer Fürst Bismarck-Korn gewesen sein. Wird Scholz mehr Geld ausgeben als Wolfgang Schäuble? Sicher, aber wenn das Geld in Bildung und Digitalausbau geht, dann ist es gut angelegt. Denn bei aller Wertschätzung für Schäuble: Besonders schwierig hatte er es mit seiner Strategie der Schwarzen Null bei Null-Zinsen und wenig Investitionen auch nicht.

Olaf Scholz und Peter Altmaier - von der Physionomie her sind die Zwei fast wie Plisch und Plumm. Karl Schiller und Franz-Josel Strauss waren schon einmal ein grosskoalitionäres Dreamteam aus Wirtschaft und Finanzen. Das wäre ein schönes Vorbild für die beiden. Also: An der Entscheidung für einen SPD-Bundesfinanzminister Olaf Scholz wird die Republik sicher nicht kaputt gehen - im Gegenteil: Das Land braucht dringend Investitionen in die Infrastruktur. Der einzige richtige Ausfall in diesem Amt mit SPD-Parteibuch war Oskar Lafontaine, der sich aber bereits nach einem Jahr selbst wieder ausgebucht hatte. 

  


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