Selbst die Quersumme des saarländischen FDP-Ergebnisses von 1,2 Prozent ist nur 3 und wäre damit immer noch 2 Prozentpunkte oder 66 Prozent von 5 Prozent weg. Lichtjahre also. Aber: Wen interessiert schon das Saarland? Es wäre staatspolitisch im Übrigen mehr als nachdenkenswert, ob man dieses kleine Bundesland nicht bei Rheinland-Pfalz eingliedern sollte (ebenso wie Bremen zu Niedersachsen und eigentlich auch Berlin zu Brandenburg). Da man sich heute nun einmal mit dem Saarland beschäftigen muss, musste das gesagt sein, auch wenn das nicht das nach Wahlen beschworene "bundespolitische Thema" ist.
Das bundespolitische Thema heisst Philipp Rösler, dessen Amtszeit nach diesem Ergebnis faktisch am 13. Mai enden wird. Schafft FDP-Hoffnungsträger Christian Lindner (gerade erst vom Altmeister Gerhart Baum geadelt) die für unmöglich gehaltenen 5 Prozent in NRW, dann ist er der unumstrittene neue Star der FDP. Schafft selbst er es nicht und erringt nur einen Achtungserfolg, hat Rösler bundespolitisch die nächste Niederlage zu verantworten. Das kann man eigentlich nicht mehr überleben. Faktisch ist er so oder so am Ende.
Mit Blick auf 2013 kann und wird Rösler allenfalls mangels Alternative im Amt bleiben. Denn in beiden Fällen heisst die Alternative Lindner, der sich momentan dem FDP-Vorsitz mit der "Gnade der späten Geburt" entzieht. Verliert Lindner in NRW, kann er abwarten, was in Berlin passiert und dort rund um Rainer Brüderle angezettelt wird. Übernimmt Brüderle übergangsweise, braucht er Lindner für die Zukunft. Gewinnt Lindner, ist er die Zukunft und die FDP müsste mit ihm als Spitzenkandidat in die Wahlen 2013 ziehen, wobei Brüderle den alten Parteivater übergangsweise spielen kann. Bis Lindner alt genug sein wird!