Beginnen wir, uns mit dem neuen französischen Präsidenten anzufreunden: Erstens, es ist vielleicht gar keine schlechte Idee, noch einmal über das Mass des Sparens nachzudenken, ohne die einzelnen europäischen Länder aus ihrer Haushaltsdisziplin zu entlassen (auch die Franzosen nicht). Aber Europa kann sich nicht nur aus der Krise sparen. Zweitens, Hollande ist nicht Mitterand, auch wenn beide den selben Vornamen tragen. Hollande hat weder Zeit noch Geld für die grossen Wahlgeschenke. Und drittens, es waren gerade ein französischer Sozialist und ein deutscher Konservativer, die für Europa gut harmonisiert haben.
Griechischer Wein ist so wie das Blut der Erde, hat Udo Jürgens gesungen, „komm schenk dir ein“ heisst es weiter. Nun, inzwischen dürften auch die Griechen verstanden haben, dass ihnen lange Jahre zumindest kein reiner Wein eingeschenkt worden ist. Nur wer reinen Wein eingeschenkt bekommt, erfährt unverhohlen die Wahrheit. Allerdings müsste man einer ganzen Runde reinen griechischen Wein einschenken, nicht nur die Griechen haben zuallererst sich selbst und dann Europa betrogen. Auch andere waren dabei.
Als 1982 - aus Sicht der Wirtschaft gesehen - endlich wieder eine schwarz-gelbe Koalition das Ruder in Deutschland übernahm und es logischerweise herumriss, da war lange Zeit eitel Sonnenschein zwischen Wirtschaft und Politik. Heute, kein Jahr nach der Machtübernahme durch Schwarz-Gelb, wird bereits der erste - hier ein energiepolitischer - Appell formuliert, und zwar gegen die Bundesregierung und damit gegen Angela Merkel, die Kanzlerin. Das kann auf Dauer nicht gut gehen - das wissen Merkel und die Manager gleichermassen.