Die Woche geht zu Ende, und man muss sich fragen: Was war eigentlich jenseits von Guttenberg? Nun ja, da waren und sind Nordafrika mit einem ungewissen, leider schon sehr blutigen Kampf in Libyen, ein Ölpreis über 110 Dollar mit entsprechenden Konjunkturrisiken. Da waren und sind inzwischen offen ausgesprochene Inflationsangst, gute Unternehmenszahlen oder auch eine sozialdemokratische Hamburgwahl. Das sind nur ein paar wesentliche Ereignisse der Woche.
Ich will nicht meckern: 3,6 Prozent Wachstum für 2010 sind mehr als man vor einem Jahr erwarten durfte und die Balkendiagramme sehen nun wirklich wie ein schönes "V" aus. Kein "L" und kein "U" ist es geworden und nach einem "W" sieht es derzeit auch nicht aus. Aber: Wir sollten uns selbst auch nicht ein X für ein U vormachen lassen. Ein guter Teil des Bruttoinlandsprodukts ist deshalb gewachsen, weil es im Jahr zuvor um satte 4,7 Prozent in den Keller gegangen ist. 2010 ist der Antagonist von 2009 und in Summe sind wir eben noch nicht wieder da, wo wir Ende 2008 standen. Wegen der Basisrechung (Achtung: Mathematik) sind wir jetzt bei 98,73 % der Wirtschaftsleistung von Ende 2008. Und dies ist teuer erkauft: Konjunkturprogramme, Kurzarbeitergeld, billige Zinsen und so weiter haben den psychologischen Teil des Absturzes von 2009 gemildert. Das war alles richtig, ist aber noch nicht zurückgezahlt.
Nein, es geht nicht um einen Automobilkonzern aus Niedersachsen, auch wenn es hier und heute etwas mit Motorkraft zu tun hat. Brummt der Konjunkturmotor wieder so kräftig, dass er uns in diesem Jahr V-förmig aus dem tiefen Tal der 5 Prozentschrumpfung von 2009 herauskatapultiert oder rollt die deutsche Wirtschaft nach einem Aufschwüngchen erst einmal wieder talwärts? Danach, vielleicht 2011, könnte es dann wieder nach oben gehen und es entstünde ein W. Die Antwort auf die Konjunkturfrage: Ich weiss es nicht!
Ich war ja ein paar Wochen mehr oder weniger "off", so wie ich es in den Ferien im Spiegel - in der Papier-Version - empfohlen bekommen habe. Kommt man zurück ins Kontor, fragt sich der geneigte Blogger: War da ’was?