Der Schweizer Sonntagsblick, so etwas wie die Bild am Sonntag der Eidgenossen, bringt es auf den Punkt: "Politiker prügeln gern auf Joe Ackermann ein. Oder sie lassen sich von ihm beraten. Wie nächste Woche am G20-Gipfel." Genau, Herr Ackermann polarisiert. Das ist sicher keine Absicht, aber seine eigene Schuld, denn manche seiner Äusserungen und Gesten sind mehr als ungeschickt. Lassen wir aber diesen kommunikativen Teil einmal beiseite und wenden uns dem Banker und Berater Ackermann zu; es gibt in Europa und nicht nur in Deutschland wohl wirklich niemanden, der ihm professionell auch nur annähernd das Wasser reichen könnte. Er ist damit der zentrale Mann in der globalen Finanzkrise.
Horst Köhler, unser Bundespräsident a.D., ist zurück im Dienst, und zwar als Berater der G20. Diese Gruppe der zwanzig wichtigsten Industrie-, Schwellen- und arabischen Ölförderländer sowie der Weltmächte Russland und China ist seit Ausbruch der Finanzkrise so etwas wie ein Weltkoordinierungsrat. Den zu beraten ist mehr als ehrenvoll, superwichtig und insofern genau das Richtige für Superhorst, wie er vom deutschen Boulevard genannt wurde. Man könnte fast sagen, seine plötzliche Demission, die an dieser Stelle auch schon beklagt wurde, bekommt einen Sinn.
10 Millionen. Das ist ausnahmsweise einmal nicht der Bonus eines Investmentbankers, sondern ein drohender Verlust von Arbeitsplätzen in der internationalen Bankenwelt. Nach Ansicht des Institute of International Finance (IIF), "Institut" der globalen Bankenlobby, würden diese 10 Millionen Bad Banker arbeitslos, sofern die Banken im Nachgang zur Finanzkrise überreguliert würden.
Wenn das keine guten Nachrichten sind, bevor es in den Urlaub geht. Die Arbeitslosigkeit sinkt, die Kurzarbeit geht zurück und die Wirtschaft wächst wieder http://tinyurl.com/32mc6fg. Da lässt es sich beruhigt in die Ferien gehen, die nun allenthalben beginnen. Das ist gut so, und das soll man auch gar nicht schlecht reden. Wer im Urlaub einen Moment Zeit und Gedanken auf das zweite Halbjahr verschwenden will, sollte sich drei Dinge durch den Kopf gehen lassen:
Zugegeben, das ist ein perfider Vergleich, aber in diesem Tagen bietet er sich an: Unter den letzten 16 in Südafrika sind noch genau 8 Staaten der G20 dabei. Von den ursprünglichen G8-Staaten spielen in Südafrika Frankreich und Italien nicht mehr mit, Russland und Kanada waren erst gar nicht dabei. Von den Bric-Staaten war ohnehin nur Braslien qualifiziert und ist natürlich noch dabei. Was heisst das? Natürlich gar nichts - wer hier Gemeinsamkeiten suchte, wollte eine sogenannte Nonsenskorrelation nachweisen.