Wenn die Banken wirklich ab Juli ihre Stresstests einzeln veröffentlichen müssen, bekommen sie transparenten Stress pur. Denn darauf muss man die Welt erst einmal vorbereiten, schliesslich handelt es sich dann nicht um eine reale Lage der Bank, sondern um ein Szenario, bei dem die eine oder andere Bank nicht mehr ganz stressfrei wäre. Die Banken täten mithin gut daran, die nächsten zwei Wochen zur Ausbildung der Öffentlichkeit zu nutzen, was da überhaupt gemacht wird. Aber aktive Kommunikationspolitik ist in den letzten zwei, drei Jahren nicht gerade die Stärke der Banken gewesen.
Fast täglich wird man beim Lesen von Zeitungen daran erinnert, wie nahe die Welt(wirtschaft) im Herbst 2008 am Abgrund stand. Der Kontrolllausschuss des amerikanischen Kongresses hat ausgerechnet, dass eine Pleite von AIG für die KfW bedeutet hätte, dass selbige rund 1,5 Milliarden Euro frisches Kapital gebraucht hätte, da AIG Garantiegeber von KfW-Verbriefungen war. Nicht von ungefähr hat der Spiegel AIG in einer Titelgeschichte als die gefährlichste Firma der Welt bezeichnet, weil sie mit ihrer Riesenbilanz Kredite im grossem Masse versichert hat, also CDS – Credit Default Swaps. Monolining nennt man so etwas.
Banker sind in der Regel Zahlenmenschen. So ist es aus ihrer Sicht auch kein Problem, mal eben in Modellen alles durchzurechnen. Wohin das führen kann, wissen wir seit der Finanzkrise; denn Modelle sind eben nicht die Realität, sondern versuchen sie nur abzubilden.