Markus A. Will

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Blog

Alle Einträge mit dem Tag Banken

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06.09.2011 "Frühwarnsystem Ackermann"

Dr. oec. HSG Josef Ackermann hat schon viele Titel verliehen bekommen - als "Frühwarnsystem", wie ihn das Handelsblatt heute tituliert, habe ich den Chef der Deutschen Bank hingegen noch nicht wahrgenommen. Vieles erinnere ihn derzeit an den Herbst 2008, als Lehman Pleite ging und mit ihr die Weltwirtschaft  an den Abgrund rückte. Mit diesen Äusserungen an der renommierten Handelsblatt-Tagung "Banken im Umbruch" schickte er den Dax um gut fünf und die Aktie seines Instituts um gut acht Prozent in den Keller. Dieser Ackermann macht halt keine halben Sachen. Die Frage ist nun: Ist er denn wirklich ein Frühwarnsystem und, vor allem, wovor warnt er?

 

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29.03.2011 Banken Bashing

Banken Bashing, das Draufhauen auf die Banken, ist derzeit gross in Mode. Selbstredend haben die Banken auch ihren eigenen Anteil an dem Umstand, dass sie niemand mag, aber sie sind nicht an allem der alleinige Schuldige. So hat beispielsweise das Oberste Gericht in Deutschland von den Banken mehr Transparenz gefordert, wenn sie komplizierte Derivate anbietet. Das Gericht appelliert nochmals an die Verursacher der Finanzkrise, auf spekulative Produkte wie Spread Ladder Swaps für normale Kunden zu verzichten. Das ist so schon in Ordnung, nur was ist ein normaler Kunde?

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11.03.2011 Endlich wieder mal Geldpolitik

Die Zentralbanken rund den Erdball, vor allem aber in Europa, müssen oder dürfen jetzt endlich mal wieder das machen, wofür sie eigentlich da sind: Geldpolitik! Bleibt zu hoffen, dass sie das auch noch können. Ihre Hauptaufgabe besteht nämlich darin, die Geldwertstabilität zu sichern, was nichts anderes bedeutet, als Inflation zu verhindern. Man kann sagen: ein ganzes Jahrzehnt gab es kaum eine Notwendigkeit zur Übung für den I-Fall. 

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11.02.2011 Weber ist der falsche (Acker)mann

Die Nachrichtenlage für den immer noch amtierenden Bundesbankpräsidenten ist vernichtend, und dies kann er niemand anderem zuschreiben als sich selbst. Wer aus dieser staatstragenden Rolle weg und wohlmöglich woanders hin will, sollte zunächst nur mit einer Person – und die Betonung liegt auf einer – darüber sprechen: der Bundeskanzlerin!

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13.01.2011 Der antagonistische Aufschwung

Ich will nicht meckern: 3,6 Prozent Wachstum für 2010 sind mehr als man vor einem Jahr erwarten durfte und die Balkendiagramme sehen nun wirklich wie ein schönes "V" aus. Kein "L" und kein "U" ist es geworden und nach einem "W" sieht es derzeit auch nicht aus. Aber: Wir sollten uns selbst auch nicht ein X für ein U  vormachen lassen. Ein guter Teil des Bruttoinlandsprodukts ist deshalb gewachsen, weil es im Jahr zuvor um satte 4,7 Prozent in den Keller gegangen ist. 2010 ist der Antagonist von 2009 und in Summe sind wir eben noch nicht wieder da, wo wir Ende 2008 standen. Wegen der Basisrechung (Achtung: Mathematik) sind wir jetzt bei 98,73 % der Wirtschaftsleistung von Ende 2008. Und dies ist teuer erkauft: Konjunkturprogramme, Kurzarbeitergeld, billige Zinsen und so weiter haben den psychologischen Teil des Absturzes von 2009 gemildert. Das war alles richtig, ist aber noch nicht zurückgezahlt.

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10.01.2011 Vom negativen Nichts

Ich will das Jahr 2011 philosophisch beginnen: Das Nichts zwischen Nichts kann nicht Nichts sein, da es ja zwischen Nichts und Nichts etwas geben muss. Das habe ich mir nicht selbst ausgedacht, sondern Elfriede Jelineks Wirtschaftskomödie "Die Kontrakte des Kaufmanns" entnommen, das am 8. Januar am St. Galler Theater (http://www.theatersg.ch/spielplan/die-kontrakte-des-kaufmanns) Premiere hatte. Ein grossartiges, empfehlenswertes frei inszensiertes Stück, auch für Menschen, die Jelinek sonst nicht mögen.

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30.11.2010 Bad Leaks in den Medien

Über Wikileaks schreibe ich erst jetzt, seit Herr Assange angekündigt hat, im kommenden Jahr eine amerikanische Grossbank blosszustellen. Er will Dokumente ins Netz stellen, die "wahre und repräsentative Einsichten, wie sich Banken auf der Managementebene verhalten" zeigen. So hat er es sogar auf die Titelseite des Handelsblatts geschafft. Herr Assange erwartet, dass sich daraus "vermutlich Untersuchungen und Reformen" ergeben werden.  Und sicher wird er wieder so eine schöne Medienkampagne lostreten, die ihn von der New York Times bis in den Spiegel bringt. Man mag fürchten, dass dann der nächste Finanz-GAU vor der Türe steht, der Abgrund naht oder sonst etwas an den Märkten passiert. Ehrlich gesagt: Ich fürchte das nicht, es wird nichts Neues geben.

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26.11.2010 Weg mit den Aufstockern

Diese Schweine! Aus der Abkürzung für  Portugal, Irland, Griechenland und Spanien ergibt sich sinnigerweise Pigs, was auf Englisch Schweine heisst. Zwei der vier Staaten sind bereits in schweren Währungsturbulenzen, auch wenn sie alle den Euro haben und man es deshalb nicht mehr allein an den Wechselkursen ablesen kann. Doch die Risikoaufschläge bei den Staatsanleihen sprechen eine klare Sprache, und dies auch in eingeschränkem Masse für Portugal und Spanien. Wie soll das weitergehen? Soll jetzt Monat für Monat ein Staat unter den Eurorettungsschirm?

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26.11.2010 Vorbild Privatbankier

Vor einiger Zeit habe ich bei Aeschbacher über Privatbankiers gesagt, sie seien ein Relikt des 20. Jahrhundert und eher ein "Auslaufmodell". Das wird sicher den einen oder anderen Privatbankier die Augen rollen lassen. Haben nicht die Investmentbanker den ganzen Schlamassel angerichtet? Stimmt, und genau das ist das Problem, bei dem uns die persönlich haftenden Privatbankiers nicht helfen können. Wir müssen die Investmentbanker des 21. Jahrhunderts ändern. Und die sind nun einmal keine Privatbanken mehr, sondern grosse internationale Finanzkonzerne, in der Regel börsennotiert.

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08.11.2010 Von Abs und Ackermann

Der Schweizer Sonntagsblick, so etwas wie die Bild am Sonntag der Eidgenossen, bringt es auf den Punkt: "Politiker prügeln gern auf Joe Ackermann ein.  Oder sie lassen sich von ihm beraten. Wie nächste Woche am G20-Gipfel." Genau, Herr Ackermann polarisiert. Das ist sicher keine Absicht, aber seine eigene Schuld, denn manche seiner Äusserungen und Gesten sind mehr als ungeschickt. Lassen wir aber diesen kommunikativen Teil einmal beiseite und wenden uns dem Banker und Berater Ackermann zu;  es gibt in Europa und nicht nur in Deutschland wohl wirklich niemanden, der ihm professionell auch nur annähernd das Wasser reichen könnte. Er ist damit der zentrale Mann in der globalen Finanzkrise.

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