Markus A. Will

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Blog

Alle Einträge mit dem Tag Bank

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31.10.2011 Occupy the World?

Rund um die Welt besetzen Menschen die Wall Street, Manhatten, St. Pauls in der Londoner City oder den Paradeplatz in Zürich. Ich habe diese Bewegung im Grundsatz begrüsst, da es die erste globale Antipode für die globalen Investmentbanken ist, um die es in der ganzen Diskussion nur geht. Die Sozialen Medien haben eine Protestbewegung in Gang gesetzt, die den circa 30 grossen Finanzinstitutionen im besten Sinne einer countervailing power entgegentreten kann. Der gesellschaftliche Diskurs der big player ist überfällig und zieht eine ganze Branche ungerechtfertigter Weise in Misskredit. Kann entgegentreten? Könnte, so müsste man inzwischen formulieren; denn es passiert nichts.

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06.09.2011 "Frühwarnsystem Ackermann"

Dr. oec. HSG Josef Ackermann hat schon viele Titel verliehen bekommen - als "Frühwarnsystem", wie ihn das Handelsblatt heute tituliert, habe ich den Chef der Deutschen Bank hingegen noch nicht wahrgenommen. Vieles erinnere ihn derzeit an den Herbst 2008, als Lehman Pleite ging und mit ihr die Weltwirtschaft  an den Abgrund rückte. Mit diesen Äusserungen an der renommierten Handelsblatt-Tagung "Banken im Umbruch" schickte er den Dax um gut fünf und die Aktie seines Instituts um gut acht Prozent in den Keller. Dieser Ackermann macht halt keine halben Sachen. Die Frage ist nun: Ist er denn wirklich ein Frühwarnsystem und, vor allem, wovor warnt er?

 

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31.05.2011 Eine Frage der Souveränität

Wenn der Hauptstadt-Chef des SPIEGEL über "Ackermanns Herrschaft" ein Essay schreibt, ahnt man die Tendenz eigentlich schon: Was für ein "böser Bube", der die Pfründe der bad investmentbanker sichern will. Mit 10 Milliarden Euro Gewinn vor Steuern in 2011 will die Deutsche Bank das beste Ergebnis aller Zeiten einfahren. "Knapp drei Jahre nach der Krise scheint es so, als habe es die Krise gar nicht gegeben", schreibt Dirk Kurbjuweit mit zornigem Unterton über den Mangel an Diskurs: "Denn der Demokratie geht es nicht prächtig, nicht gut. Sie wird allmählich zum Opfer der Finanzkrise." Für den SPIEGEL-Mann sind die Banken heute der Souverän der Politik, nicht mehr die Bürger. Als Gründe für seine These führt er die Finanzkrise als solche, die "Juncker-Lüge"  über das Geheimtreffen der EU-Finanzminister im Speziellen, das Griechenland-Problem für Europa und überhaupt den Schuldenstaat auch in Deutschland an. Also eigentlich alles, was seit 2007 aus den Banken an toxischen Giften mitgekocht und herausgequollen ist und die Probleme erst verursacht hat. Die wichtigste Aufgabe aller sei es nun, das Primat der Politik zurückzugewinnen.

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29.03.2011 Banken Bashing

Banken Bashing, das Draufhauen auf die Banken, ist derzeit gross in Mode. Selbstredend haben die Banken auch ihren eigenen Anteil an dem Umstand, dass sie niemand mag, aber sie sind nicht an allem der alleinige Schuldige. So hat beispielsweise das Oberste Gericht in Deutschland von den Banken mehr Transparenz gefordert, wenn sie komplizierte Derivate anbietet. Das Gericht appelliert nochmals an die Verursacher der Finanzkrise, auf spekulative Produkte wie Spread Ladder Swaps für normale Kunden zu verzichten. Das ist so schon in Ordnung, nur was ist ein normaler Kunde?

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11.03.2011 Endlich wieder mal Geldpolitik

Die Zentralbanken rund den Erdball, vor allem aber in Europa, müssen oder dürfen jetzt endlich mal wieder das machen, wofür sie eigentlich da sind: Geldpolitik! Bleibt zu hoffen, dass sie das auch noch können. Ihre Hauptaufgabe besteht nämlich darin, die Geldwertstabilität zu sichern, was nichts anderes bedeutet, als Inflation zu verhindern. Man kann sagen: ein ganzes Jahrzehnt gab es kaum eine Notwendigkeit zur Übung für den I-Fall. 

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18.02.2011 Weberleaks und Vaubelfoul

Man muss es der FTD lassen: Weberleaks ist die beste Überschrift zum Drama rund um den nun ausscheidenden Bundesbankpräsidenten Axel Weber. Dass der von ihm geplante Abschied aus dem öffentlichen Amt gründlich schiefgegangen ist, kann wohl niemand bestreiten. Da macht sich einer auf unrühmliche Weise vom Acker; Mann, oh Mann, fällt mir dazu ein. Es ist egal, ob er sich dabei von einer Agentur beraten lassen hat, die Verantwortung muss ohnehin er übernehmen.

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11.02.2011 Weber ist der falsche (Acker)mann

Die Nachrichtenlage für den immer noch amtierenden Bundesbankpräsidenten ist vernichtend, und dies kann er niemand anderem zuschreiben als sich selbst. Wer aus dieser staatstragenden Rolle weg und wohlmöglich woanders hin will, sollte zunächst nur mit einer Person – und die Betonung liegt auf einer – darüber sprechen: der Bundeskanzlerin!

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13.01.2011 Der antagonistische Aufschwung

Ich will nicht meckern: 3,6 Prozent Wachstum für 2010 sind mehr als man vor einem Jahr erwarten durfte und die Balkendiagramme sehen nun wirklich wie ein schönes "V" aus. Kein "L" und kein "U" ist es geworden und nach einem "W" sieht es derzeit auch nicht aus. Aber: Wir sollten uns selbst auch nicht ein X für ein U  vormachen lassen. Ein guter Teil des Bruttoinlandsprodukts ist deshalb gewachsen, weil es im Jahr zuvor um satte 4,7 Prozent in den Keller gegangen ist. 2010 ist der Antagonist von 2009 und in Summe sind wir eben noch nicht wieder da, wo wir Ende 2008 standen. Wegen der Basisrechung (Achtung: Mathematik) sind wir jetzt bei 98,73 % der Wirtschaftsleistung von Ende 2008. Und dies ist teuer erkauft: Konjunkturprogramme, Kurzarbeitergeld, billige Zinsen und so weiter haben den psychologischen Teil des Absturzes von 2009 gemildert. Das war alles richtig, ist aber noch nicht zurückgezahlt.

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10.01.2011 Vom negativen Nichts

Ich will das Jahr 2011 philosophisch beginnen: Das Nichts zwischen Nichts kann nicht Nichts sein, da es ja zwischen Nichts und Nichts etwas geben muss. Das habe ich mir nicht selbst ausgedacht, sondern Elfriede Jelineks Wirtschaftskomödie "Die Kontrakte des Kaufmanns" entnommen, das am 8. Januar am St. Galler Theater (http://www.theatersg.ch/spielplan/die-kontrakte-des-kaufmanns) Premiere hatte. Ein grossartiges, empfehlenswertes frei inszensiertes Stück, auch für Menschen, die Jelinek sonst nicht mögen.

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30.11.2010 Bad Leaks in den Medien

Über Wikileaks schreibe ich erst jetzt, seit Herr Assange angekündigt hat, im kommenden Jahr eine amerikanische Grossbank blosszustellen. Er will Dokumente ins Netz stellen, die "wahre und repräsentative Einsichten, wie sich Banken auf der Managementebene verhalten" zeigen. So hat er es sogar auf die Titelseite des Handelsblatts geschafft. Herr Assange erwartet, dass sich daraus "vermutlich Untersuchungen und Reformen" ergeben werden.  Und sicher wird er wieder so eine schöne Medienkampagne lostreten, die ihn von der New York Times bis in den Spiegel bringt. Man mag fürchten, dass dann der nächste Finanz-GAU vor der Türe steht, der Abgrund naht oder sonst etwas an den Märkten passiert. Ehrlich gesagt: Ich fürchte das nicht, es wird nichts Neues geben.

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