Wills Kurznachricht

Wills Kurznachricht

Bleiben Sie auf dem Laufenden! Wer sich unverbindlich anmeldet, wird monatlich informiert und auf dem Schreibenden gehalten

Thank you!
We'll get in touch with you as soon as possible.
Zurück

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.


Freundliche Grüsse.

Markus A. Will

Zurück

Archiv

Alt statt Bit!

Bitte ein Bit lautet seit über 60 Jahren der Werbespruch für das Pils aus Bitburg. Als Bitte ein Bit erfunden worden war, gab es noch kein Internet, geschweige denn Bitcoin! Ob Bitte ein Bitcoin ein eingängiger Werbespruch für junge Menschen in der viralen Social Media-Welt für das Internet of Things (IoT) sein könnte, weiss ich nicht. Aber wenn man sich mit dem beschäftigt, was als «digitales Geld» bezeichnet wird und als Student der Geldpolitik auch die Liquidität aus Bitburg genossen hat, dann drängt sich der Claim doch geradezu auf, oder? Aber ich würde ihn um ein «k» erweitern: Bitte kein Bitcoin! Ich halte Bitcoin für viel zu risikoreich, was ich hier kurz und in meiner neuen Geld-Serie ausführlich für analoge Normalos erklären werde: Bitcoin sind intransparent, mit nichts unterlegt und nicht garantiert und sollen auf 21 Millionen Coins begrenzt sein. Wohl denn! Der Spekulation sind keine Grenzen gesetzt - qed.

Allerdings gibt es Alternativen zu Bitcoin, die sinnigerweise unter «Altcoins» zusammengefasst werden. Bitcoins sind wie unausgereifte Teslas. Einige wenige der 1400 Altcoins hingegen sind vielleicht sichere digitale Alternativen, die das Geldwesen mobilisieren werden. Unter den Altcoins gibt es Kryptowährungen wie Ethereum, IOTA oder Ripple, die vielleicht mehr Chancen als Risiken bieten. Kaum Risiken hat die Blockchain, die das eigentlich Neue daran ist, wie in Zukunft Geld digital transferiert wird. Die Blockchain ist der E-Motorblock der digitalen Geldmaschine. Spannend sind auch Initial Coin Offerings (ICO), über die eine Art digitaler Kapitalmarkt geschaffen worden ist. ICOs sind wie eingebaute Turbolader. Funktionieren die Währungen im Sinne von Tauschfunktion und Werterhaltung, dann können Altcoins und ICOs auf Basis der Blockchain den Markt rocken. Darauf wird in der Serie ausführlich eingegangen.

Dem hingegen sind Bitcoin Falschgeld! Es gibt kein digitales Geld, sondern nur Geld. Auch in der analogen Welt unterscheiden wir Bar- und Giralgeld, Münzen und Noten, aber alles ist immer Geld – ein anerkanntes Tausch- und Zahlungsmittel, dass sicher und stabil sein muss, damit man Vertrauen in es hat. Vertrauen ist die entscheidende Grösse, die Geld zu dem macht, was es ist: Ein sicherer Zwischenspeicher für Waren und Dienste, die wir kaufen und verkaufen wollen. Geld an sich hat eigentlich keinen Wert, wenn es nicht mit Gold oder anderen Werten (wie die «Zigarettenwährung» nach dem Krieg) unterlegt wird. Aber wenn der erste Schritt, die erste Erfindung der Bitcoin falsch ist, müssen die folgende Schritte auch falsch sein? Nein! Alternative Kryptowährungen kommen, riesige Netzwerke können auch ein Wert an sich sein. Aber die Coins werden bald reguliert werden. Das wird auch erläutert werden.

In nächster Zeit werde ich mich an dieser Stelle mit der schönen neuen Welt des Kryptogeldes auseinandersetzen und analysieren, was wann und wie passieren kann und könnte. Das wird so eine Art Trainingscamp für mein geplantes nächstes Buch sein, in dem Alt, Bit und Coins wie das ABC eine wichtige Rolle spielen und Buchstabe um Buchstabe, Wort für Wort und Satz für Satz aneinandergereiht werden. Mit dem Thema, gemischt mit Human Robots, Darknet und Sex & Crime, kann man nach Herzenslust einen Wirtschaftskrimi ausbreiten. Auch wenn ich kein Altbier mag, lautet mein CryptoCurrencyClaim deshalb: Alt statt Bit. Aber in der kommenden Woche beginnen wir weder mit Alt noch Bit, sondern mit der Blockchain. Denn ohne sie, sind Hopfen und Malz verloren, womit ich noch einmal auf das liquide Bitte-ein-Bit-Bild zurückgreife, das die Jüngeren unter meinen Lesern ja mal googlen können.

Stück für Stück

Nach «Alt statt Bit» im ersten Beitrag heisst es heute «Stück für Stück» - quasi an die digitale Programmierkette Linie für Linie angefügt. Das nennt man Blockchain. Im Prolog meiner neuen Geldserie habe ich die Blockchain als «E-Motorblock der digitalen Geldmaschine» bezeichnet. Die Blockchain ist der technologische Motor fast aller Kryptowährungen, aber sie kann viel weitergehender im Internet genutzt werden. Im Grunde genommen handelt es sich bei der Blockchain um nichts Weiteres als eine dezentrale Datenbank von Recheneinheiten, die über ein öffentliches und privates Schlüsselpaar (Public-Private-Keypair) gesichert ist. Das sogenannte Hauptbuch zur Sicherung der Datenbank ist dabei nicht zentral, sondern komplett dezentral auf verschiedenen teilnehmenden Computern abgespeichert und einsehbar.

Diese Technologie des verteilt abgespeicherten Hauptbuches (englisch: Distributed Ledger Technology, DLT) ist das, was die Blockchain-Technologie sicher machen soll. Neue Recheneinheiten werden in dieser verteilt, aber immer vollständig abgespeicherten Datenbank zeitlich markiert und aneinandergereiht. Sie sind für alle Teilnehmer einsehbar und müssen von ihnen bestätigt werden. Das Ganze ist zeit- und rechenintensiv, was einer der Nachteile der Blockchain ist. Aber es ist eben auch sicher, weil kein Einzelner die Datenbank ändern kann. Das ist der grosse Vorteil. Wenn man also beispielsweise eine Kühlbox für wichtige Medikamente auf ihrer Reise ständig verfolgen will, geht das auch über eine Blockchain. Und die kann kein einzelner Transporteur manipulieren, falls die Kühlung ausfallen sollte.

Glaubt man den Blockchain-Enthusiasten, dann ist sie eigentlich the next big thing in the internet of things (IoT), auch wenn die Technologie noch in den Kinderschuhen steckt. Sie ist noch zu langsam, weil die vielfache Authentifizierung langsam ist. Erst wenn fünf, sechs Blöcke an die Kette angehängt sind, kann man sie im Grunde nicht mehr wieder auflösen. Und auch wenn man durch die Blockchain viele Mittler wie Banken, aber auch Notare und sonstige Eigentumsrechte-Verwalter auf lange Sicht ausschliessen kann, so ist die Sache nicht umsonst. Die Blockchainians bekommen für ihre Authentifizierung eine Gebühr – vielfach in Bitcoins oder anderen Coins oder Tokens (Rechten). Ein Bitcoin ist auch nichts anderes als ein Währungstoken, mit dem man nichts anders machen kann als zu kaufen und zu verkaufen.

Spannend dürfte die Blockchain-Technologie werden, wenn sie Rechte mit Zahlungen verknüpfen kann. Das macht vor allem Etherium – ein Token, an den man einen digitalen smart contract anhängen kann. An der eigentlichen Währungseinheit Etherium hängt sozusagen noch etwas fest dran: Entweder ein Equity-Teil, der den Käufer berechtigt, später diesen Token gegen eine Aktie einzutauschen oder den Profit wieder in Etherium oder Bitcoins einzutauschen. Daneben gibt es noch Utility-Tokens, die im Prinzip in einem geschlossenen Netzwerk als Währung gelten – beispielsweise in einer Firma als interne Verrechnungseinheit. Aber eines muss man wissen: Entweder hat man mit viel Aufwand zu Beginn einmal Bitcoins oder andere Kryptowährungen geschürft oder man muss sie zunächst mit richtigem Geld kaufen. Und auch echte Gewinne lassen sich bis dato nur in echten Währungen errechnen.

Wie auch immer. Hier geht es ja ums liebe Geld: Die Kinder, Kindeskinder und Geschwister der Bitcoin-Entwicklung basieren fast alle auf der Blockchain-Technologie. Und die scheint der eigentliche Nukleus für den Erfolg zu sein, dass sich 2008 eine Peer to Peer (P2P)-Technologie zur Vernetzung, Verschlüsselung (über kryptografisch sichere Hashs, also «Identifikationsschilder») und Verteilung von Daten und Datenbanken durchsetzen konnte. Die Blockchain war bei allen Bitcoin-Betrugsfällen niemals das Problem, sondern lediglich die kryptologischen Währungsbörsen waren gehackt worden. Wer nämlich sein Geld nicht in einem Kryptowährungswallet (einer elektronischen Geldbörse oder Safe oder Briefkasten) aufbewahren will, hinterlegt es bei Kryptowährungsbörsen wie Coinbase oder anderen Plattformen, die für sich Vertrauen schaffen müssen – wie eine richtige Bank.

Während Bitcoins im Grunde nur digitale Coins oder ein Token sind, sind Ether von Etherium so genannte Infrastrukturmünzen, die nicht nur einen Zahlungsvorgang auslösen, sondern dahinter ein digitales Vertragswesen haben. Damit kann man über Ether so genannte Smart Contracts abschliessen, weshalb Ether auch zur wesentlichen Währung der Initial coint offerings (ICO) geworden ist. Wer sich für einen neuen Coin interessiert, kann sie bei Ether kaufen und später über Ether auch tauschen. Viele Startups finanzieren sich inzwischen über ICOs, in dem sie auf Etherium basierte eigene Tokens herausgeben, die man entweder in Etherium oder die neue «Aktie» tauschen kann. Der nächste Artikel handelt deshalb von ICOs. Schaut man sich das genauer an, so funktionier es ähnlich wie IPOs – nur das alles im Netz und ohne Investmentbanken stattfindet.


It ain't not be over till it's over with the Euro crisis.

Gerhard Elfers spricht mit Markus Will, Wirtschaftsdozent der Universität St.Gallen.


Weaker Dollar - Stronger Euro. What comes next?

Ein Kommentar von Dr. Markus Will, Wirtschaftsdozent der Universität St.Gallen.


Der 29. März 2017 wird in die Geschichte der Europäischen Union eingehen

Die Briten stellen ihren Antrag auf Ausscheiden aus der EU. Ich wage, wie hier auf Deutsche Welle gesagt, die Prognose, dass die Briten sich das in zwei Jahren noch einmal überlegen und vielleicht in der EU bleiben.


Letzte Ausfahrt für die EU

Immer mehr Mitgliedsländer der Europäischen Union wollen zurück auf ihre nationalen Landstrassen. Was kann 2017 passieren?
Ein Kommentar von Dr. Markus Will, Wirtschaftsdozent der Universität St.Gallen.


Markus Will zu Griechenland

Athen erfüllt die Forderungen Europas für weitere Finanzhilfe, helfen die Reformen denn auch Griechenland weiter, darüber spricht der Finanzwissenschaftler Markus Will von der Universität Sankt Gallen im Deutsche Welle - Live Interview


Wirtschaft ist auch eine Wissenschaft. Privatdozent Dr. Markus A. Will ist Nationalökonom – ausgebildet als Volks- und Betriebswirt kennt er sowohl Unternehmen und ihre Bilanzen als auch ganze Volkswirtschaften und ihre realen und monetären Messgrössen. Europa, die Europäische Währungsunion und der Euro sind sein Steckenpferd seit Studientagen. Banken, Börsen und Märkte kamen hinzu. Aktuell ist Will Vizedirektor am Institut für Finanzwissenschaft und Finanzrecht (IFF) der Universität St. Gallen (HSG).

Forschung ist für Will aber kein akademischer Selbstzweck: Kommunikation ist für den PR-Profi sowohl Handwerk als auch Bauchsache. Doch Kommunikationsmanagement muss auch akademisch fundiert und strukturiert bearbeitet werden. Will forscht und lehrt seit 1998 an der Universität HSG in St. Gallen und beteiligt sich seit 2014 am Competence Center für Integrated Reporting. Will kennt die Herausforderungen und Lösungsansätze für die Praxis zumeist früher als andere - nicht zuletzt die neusten Trends der Social Media.

Kommunikationsmanagement ist in der Betriebswirtschaftslehre bzw. der Managementlehre nach wie vor ein junges Forschungsfeld: Beim Research geht es um die Aufbauorganisation, die Ablauforganisation und insgesamt die Einbindung in das strategische Management und die Führungsorganisation sowie die Führungsphilosophie.

Die Wertorientierung ist eben nicht nur eine Frage der Rechnungslegung, des Finanz- und Rechnungswesens, des Controllings und Reporting, sondern auch eine Frage von moralischen Werten und gesellschaftlichen Normen. Zudem geht es auch um die Werte, die nicht in der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung stehen, um die Smartness von Unternehmen.

Will forscht zu Communication Management, Value Management, Intellectual Capital, Integrated Reporting (Corporate Reporting und Sustainability Reporting) im Rahmen des Competence Center for Integrated Reporting am Institut für Finanzwissenschaft, Finanzrecht, Law & Economics (IFF) der Universität St. Gallen (HSG) in der Schweiz.

Am IFF erarbeitet Will gemeinsam mit Prof. Dr. Thomas Berndt und Corinna Gutt ein neues Framework, einen neuen Standard für die Integrierte Berichterstattung, die auf dem Memorandum of Understanding des IASB, dem Board für das IFRS, und des IIRC, dem Board für das <ir> Framework, basiert, die einen neuen Standard „towards an integrated Corporate Reporting Norm“ entwickeln wollen.

Wir beziehen unsere Forschungsarbeiten dabei im Grundsatz immer auf das St. Galler Management Modell (SGMM), in das wir das wertorientierte Kommunikationsmanagement integriert haben. Zuvor war Markus A. Will am Institut für Medien- und Kommunikationsmanagement (mcm institute) bei Prof. Dr. Miriam Meckel angegliedert, die aktuell Chefredakteurin der Wirtschaftswoche ist.